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Die letzte Woche in Riga steht an. Da ich in den nächsten Tagen vor allen Dingen mit dem Schreiben einer letzten Arbeit und Packen/Umziehen beschäftigt sein werde, nun schon einmal ein paar letzte Fotos aus meiner Zeit in Riga. Vermutlich werde ich noch ein paar Fotos schießen und sie auch hier hochladen, deswegen die “vor”-letzten Eindrücke, aber mal schaun… In jedem Fall werde ich in einiger Zeit wohl noch ein Resümee meines Aufenthalts in Lettland hier veröffentlichen. Wie ihr an den Fotos erkennen könnt, hat sich das Wetter radikal verbessert – tatsächlich ist wettertechnisch momentan wohl die schönste Zeit in Lettland. Ab dem 24.6. werden die Tage schon wieder kürzer. Es gäbe, vor allen Ding “auf dem Land”, noch viel zu sehen. Daher ist es ein wenig schade, dass ich nun schon am 18.6. diese schöne Stätte verlasse. Aber Urlaub hab ich nun wahrlich genug gehabt (unter den Fotos findet ihr auch solche von unserem Ausflug nach Stockholm) und für mich gibt es in Deutschland noch viele sehr reizvolle Dinge zu tun… Hier geht es zu den (vor-)letzten Eindrücken. Außerdem habe ich auch ein paar, wie ich finde, sehr eindrückliche Fotos von dem von der russischen Bevölkerung zelebrierten “Kriegssiegsjubiläum” hochgeladen. Jetzt gleich geht es los: Schauen, wie Deutschland spielt – wieder bei einem Public Viewing “auf Lettisch” – siehe Fotos. Heute vor 19 Jahren begannen sich die Letten gegen die einrollenden sowietischen Panzer zu verbarrikadieren und für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Der 13. Januar ist also ein Tag, der vor allem der älteren Generation noch lebhaft vor Augen steht. Trotzdem ging die Auseinandersetzung relativ unblutig aus. “Nur” 7 Menschen wurden in Lettland getötet. Im September wurde die bereits 1990 erklärte Unabhängigkeit des Staates Lettland auch von der zerfallenden UdSSR anerkannt. Genaueres dazu vielleicht später noch einmal. Das werde ich noch ein wenig studieren müssen. Seitdem hat sich auf jeden Fall einiges verändert. Die Wirtschaft nahm für einige Jahre einen unerwarteten Aufschwung (von dem jetzt nicht mehr viel zu bemerken ist) und vieles wurde wieder aufgebaut und restauriert. Dem EU-Anschluss 2004 ist es zu verdanken, dass ich ohne weitere Papiere in Lettland einreisen konnte. Es gab aber auch andere Veränderungen: Während in Deutschland die links-sozialistische Ideologie in Form einer gewissen Partei eine neue, positive Wahrnehmung erfährt, durften die lettischen Bürger russischer Abstammung nach “der Wende” eine Behandlung entgegengesetzter Gesinnung erfahren. So wurde im Laufe der 90er Jahre Russisch als Unterrichtssprache – auch an ehemals russischen Schulen – gänzlich abgeschafft und Lettisch als offizielle Sprache durchgesetzt. Und das, obwohl z.B. in Riga jeder zweite Bürger “Russe” (d.h. Russisch-sprachig) ist. Guten Willens mag man dies als einen langfristig geplanten Streich ausnahmsloser Integration werten, faktisch scheint es derzeit eine absolute Isolation vor allem der älteren, nicht Lettisch sprechenden Lettland-Russen darzustellen. Die jüngere lettische Generation vermag mit diesen nicht mehr zu kommunizieren. Nicht Lettisch sprechende Bürger sind vom aktuellen gewerblichen und öffentlichen Leben ausgeschlossen. Ist die Wahl der Unterrichtssprache nach gut 40 Jahren sowietischer Okkupation durchaus nachvollziehbar, bleibt doch sehr fraglich, ob dies in kultureller, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht eine kluge Entscheidung war. Anbei ein Bild von einem lettischen Mädchen aus dem Nationalen Kunstmuseum Lettlands von Jānis Tīdemanis. Angesichts der Wirtschaftskrise von 1930 guckt sie etwas trübe aus ihrer traditionellen Tracht. Ein Bild ungeahnter Aktualität. Update: Wer mehr zum 13. Januar erfahren will, mag diesen Artikel aus der Moskauer Deutschen Zeitung lesen. Heute war der Beginn des Intensiv-Sprachkurses (ERASMUS Intensive Language Course – EILC) und damit mein erster Tag an der Uni. Was gibt es nun für eine Lettin eine bessere Möglichkeit die lettische Phonetik zu erklären als einfach ein Lied zu singen? So dachte wohl unsere Lehrerin. Wir mussten dann einfach mit einstimmen und stimmten uns damit schon auf die Kultur der Letten ein, die durchaus stolz darauf sind, ein “singendes Volk” zu sein. Zu singen bedeutet jedoch nicht, laut zu sein. Auch das Leise und Unscheinbare scheint zum Stereotypen des Letten zu gehören. Laut sind die “anderen”. In dem von mir erlebten Fall waren damit “die Russen” gemeint. Nun noch ein paar der versprochenen Informationen: Meine lettische Handynummer: +371 20 224 854 Und noch ein paar Erläuterungen: Ich wohne nicht in einem der Holzhäuser von den Fotos, sondern in einem gemauerten Haus, das keineswegs zu kalt ist. Ein Foto reiche ich gerne nach. Leider ist das Fotografieren momentan nicht so leicht, denn dafür muss ich die “Sonnenzeit” des Tages abpassen: Die Sonne geht aber erst um 9 Uhr auf und um 15 Uhr ist es schon fast wieder dunkel. Das ist leider genau der Zeitraum, an dem ich momentan an der Uni bin. Meine deutsche Festnetznummer, die ich per Mail herumgeschickt habe, ist nur erreichbar, wenn mein Computer angeschaltet und am Internet angeschlossen ist. D.h., wenn die Nummer besetzt ist, bin ich vermutlich eher über die Handy-Nummer zu erreichen. Internet habe ich übrigens erst seit heute. So far, so good. Vielleicht gibt es morgen schon Neues zu berichten. |
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