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Die letzte Woche in Riga steht an. Da ich in den nächsten Tagen vor allen Dingen mit dem Schreiben einer letzten Arbeit und Packen/Umziehen beschäftigt sein werde, nun schon einmal ein paar letzte Fotos aus meiner Zeit in Riga. Vermutlich werde ich noch ein paar Fotos schießen und sie auch hier hochladen, deswegen die “vor”-letzten Eindrücke, aber mal schaun… In jedem Fall werde ich in einiger Zeit wohl noch ein Resümee meines Aufenthalts in Lettland hier veröffentlichen. Wie ihr an den Fotos erkennen könnt, hat sich das Wetter radikal verbessert – tatsächlich ist wettertechnisch momentan wohl die schönste Zeit in Lettland. Ab dem 24.6. werden die Tage schon wieder kürzer. Es gäbe, vor allen Ding “auf dem Land”, noch viel zu sehen. Daher ist es ein wenig schade, dass ich nun schon am 18.6. diese schöne Stätte verlasse. Aber Urlaub hab ich nun wahrlich genug gehabt (unter den Fotos findet ihr auch solche von unserem Ausflug nach Stockholm) und für mich gibt es in Deutschland noch viele sehr reizvolle Dinge zu tun… Hier geht es zu den (vor-)letzten Eindrücken. Außerdem habe ich auch ein paar, wie ich finde, sehr eindrückliche Fotos von dem von der russischen Bevölkerung zelebrierten “Kriegssiegsjubiläum” hochgeladen. Jetzt gleich geht es los: Schauen, wie Deutschland spielt – wieder bei einem Public Viewing “auf Lettisch” – siehe Fotos. Es gibt wieder eine Reihe von neuen Fotos in der Galerie:
Da ich nicht auf alle neuen Fotos immer mit einem Blogeintrag hinweisen möchte, oder es auch sonst manchmal nicht ganz so wichtige/interessante Dinge zu erzählen gibt, habe ich mir einen Microblog bei identi.ca eingerichtet, den ihr euch abonnieren könnt. Oder ihr schaut unten an das Ende dieser Seite. Oder ihr added mich bei Facebook. Oder… Das Nette an diesem Microblog ist, dass ich ihn auch unterwegs mit meinem Palm füttern kann (was ich vermutlich ausgiebig beim 2. Ökumenischen Kirchentag nutzen werde, den ich im Mai mit einigen Leuten aus Riga besuche). Gut, wenn auch in der Internet-Welt ankommt, dass die Christenheit heute den Tod von Jesus Christus vor ca. 2000 Jahren bedenkt. So etwa im Blog von Martin Gommel mit einer passenden Fotografie. In unserem heutigen Karfreitags-Gottesdienst war ein zersplitterter Spiegel in Kreuzform aufgestellt. Als Erinnerung daran, dass ich mich als Mensch im Kreuz selbst erkennen kann. Wie das? Nun, gemeint ist, dass der Tod des Sohnes Gottes nur dann Sinn macht, wenn er mich damit als Sünder von meiner Sünde erlöst. Doch das ist alles nicht so einfach. Zum einen ist so eine Kreuzigung eine unschöne Sache. Künstler, die das Kreuz “schön” darstellen, haben eine zumindest sehr eigene Interpretation der Sache. Dazu kommt dann noch, dass ich Sünder sein und Erlösung brauchen soll. Aber vielleicht geht es mir ja ganz gut? Warum sollte ich dann Erlösung brauchen? Wie sollte man mir das erklären? Hilfreich wäre z.B. die reformatorische Unterscheidung von “coram deo” und “coram mundo”: Vor Gott gilt etwas anderes als vor meiner (Lebens-)Welt. D.h. nur weil ich mit mir zufrieden bin, muss Gott das ja noch lange nicht sein. Aber diese Perspektive erweckt schnell den Eindruck, als würde die “Erfindung” von Gott meine Situation schlechter machen als sie in Wirklichkeit ist. Gott wäre dann sozusagen das nicht-offensichtliche und nicht-notwendige Zweite, der mich erst zum Sünder macht, um mich dann hinterher von meinen Sünden zu erlösen. Auch nicht gut. Eine ähnliche, aber dialektische Möglichkeit ist die, wie sie in etwa Sören Kierkegaard in “Die Krankheit zum Tode” postuliert: Jeder Mensch ist ein Verzweifelter. Das kann man auch erst einmal unabhängig von Gott feststellen. Und es gibt eben Menschen, die das erkennen (wollen) und solche die es nicht tun. Der Witz dabei: Die, die es nicht erkennen, sind vermutlich noch verzweifelter als die, die es erkennen. Denn Letzteren kann ja geholfen werden. Wenn ich es nun aber noch nicht erkennen kann oder will, hilft mir das ja auch noch nicht viel. Mir kam in den Sinn: Vielleicht ist es hilfreich, die neuzeitliche Perspektive von mir persönlich abzuwenden und sich den “Menschen an sich”, also die Menschheit insgesamt anzuschauen. Und die Menschheit insgesamt kann nicht betrachtet werden ohne die Ärmsten und Schwachen. Vermutlich wird mir jeder zustimmen können, dass die Menschheit insgesamt eine Problem-Lösung (oder Erlösung?) braucht. Auch das ist wieder problematisch: Denn, zumindest theoretisch, könnte die Menschheit ja ihre Probleme lösen. Hunger und Krieg sind ja vielleicht nur eine Frage von Hilfe und Besitzverteilung. Auch hier sollten wir nicht unnötigerweise die Erlösung durch einen Jesus Christus ins Spiel bringen, wenn sich die Menschen auch selbst helfen können. Die Frage aber ist doch: Warum lösen wir die Probleme nicht? Interessieren mich die Leute in Lettland vielleicht gar nicht? Will ich ihnen vielleicht gar nicht mein Geld geben, um ihnen zu helfen? Vielleicht muss ich gar nicht bis nach Lettland schauen? Vielleicht kann ich ja schon den Leuten in meinem unmittelbaren Umfeld nicht das geben, was sie brauchen und verdient haben? Ich denke, wenn ich bei diesem Gedanken angekommen bin, kann es passieren, dass ich mir ganz hässlich vorkomme – selbst im Vergleich zu dem hässlichen Kreuz und diesem Jesus. Denn am Kreuz gab der Sohn Gottes für seine Menschen immerhin alles, was sein göttliches Leben zu geben hatte. Vielleicht ist die Frage nach Sünde und Erlösung gar keine Frage nach “arm und reich”, nach “Wollen und Nichtwollen”, “Können oder Nichtkönnen” oder nach Gesundheit, vielleicht noch nicht einmal nach “Gut und Böse”, sondern eine Frage und Suche nach Schönheit und Reinheit. Ich denke, hier fängt Karfreitag an, sinnvoll zu erscheinen. Für die Menschheit. Und für mich. Was meint ihr? |
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