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aus: Rahel Frank: “Realer – Exakter – Präziser”? Die DDR-Kirchenpolitik gegenüber der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs von 1971 bis 1989, Schwerin 2004, S. 113. ist schon eine Weile vorbei. Doch da ich nach dem Karfreitagseintrag den entsprechenden Osterpost schuldigen geblieben bin, möchte ich darauf hinweisen, dass die Osterpredigt meines Vaters sowie die Ansprache zur Taufe in diesem Gottesdienst bereits einige Zeit online sind! Sehr lesenwert ist auch dieser Beitrag von Pfarrer Alexander W. Ebel über das Osterlamm ohne Rabatt im Kaufhaus. ist ohnehin schon ein nicht ganz einfaches ethisches Problem, das man, so denke ich, mit Recht nicht nur kritisch, sondern vor allem menschlich-seelsorglich bedenken sollte. Tragisch ist, wenn zu dem seelsorglichen auch noch ein praktisches Problem tritt und, wie wohl in Großbritannien geschehen, falsche Organe entnommen wurden. Aufgrund einer falsch gespeisten Datenbank. Weitere Infos gibt es z.B. beim ZDF. Was macht man da? Schließlich ist es für manch einen Angehörigen schon schwierig genug, an dem “offenen Körper” des Verstorbenen Abschied zu nehmen. Nun mag es noch für so manchen Verwandten als Verletzung des letzten Willens des Verstorbenen erscheinen. Gut, wenn auch in der Internet-Welt ankommt, dass die Christenheit heute den Tod von Jesus Christus vor ca. 2000 Jahren bedenkt. So etwa im Blog von Martin Gommel mit einer passenden Fotografie. In unserem heutigen Karfreitags-Gottesdienst war ein zersplitterter Spiegel in Kreuzform aufgestellt. Als Erinnerung daran, dass ich mich als Mensch im Kreuz selbst erkennen kann. Wie das? Nun, gemeint ist, dass der Tod des Sohnes Gottes nur dann Sinn macht, wenn er mich damit als Sünder von meiner Sünde erlöst. Doch das ist alles nicht so einfach. Zum einen ist so eine Kreuzigung eine unschöne Sache. Künstler, die das Kreuz “schön” darstellen, haben eine zumindest sehr eigene Interpretation der Sache. Dazu kommt dann noch, dass ich Sünder sein und Erlösung brauchen soll. Aber vielleicht geht es mir ja ganz gut? Warum sollte ich dann Erlösung brauchen? Wie sollte man mir das erklären? Hilfreich wäre z.B. die reformatorische Unterscheidung von “coram deo” und “coram mundo”: Vor Gott gilt etwas anderes als vor meiner (Lebens-)Welt. D.h. nur weil ich mit mir zufrieden bin, muss Gott das ja noch lange nicht sein. Aber diese Perspektive erweckt schnell den Eindruck, als würde die “Erfindung” von Gott meine Situation schlechter machen als sie in Wirklichkeit ist. Gott wäre dann sozusagen das nicht-offensichtliche und nicht-notwendige Zweite, der mich erst zum Sünder macht, um mich dann hinterher von meinen Sünden zu erlösen. Auch nicht gut. Eine ähnliche, aber dialektische Möglichkeit ist die, wie sie in etwa Sören Kierkegaard in “Die Krankheit zum Tode” postuliert: Jeder Mensch ist ein Verzweifelter. Das kann man auch erst einmal unabhängig von Gott feststellen. Und es gibt eben Menschen, die das erkennen (wollen) und solche die es nicht tun. Der Witz dabei: Die, die es nicht erkennen, sind vermutlich noch verzweifelter als die, die es erkennen. Denn Letzteren kann ja geholfen werden. Wenn ich es nun aber noch nicht erkennen kann oder will, hilft mir das ja auch noch nicht viel. Mir kam in den Sinn: Vielleicht ist es hilfreich, die neuzeitliche Perspektive von mir persönlich abzuwenden und sich den “Menschen an sich”, also die Menschheit insgesamt anzuschauen. Und die Menschheit insgesamt kann nicht betrachtet werden ohne die Ärmsten und Schwachen. Vermutlich wird mir jeder zustimmen können, dass die Menschheit insgesamt eine Problem-Lösung (oder Erlösung?) braucht. Auch das ist wieder problematisch: Denn, zumindest theoretisch, könnte die Menschheit ja ihre Probleme lösen. Hunger und Krieg sind ja vielleicht nur eine Frage von Hilfe und Besitzverteilung. Auch hier sollten wir nicht unnötigerweise die Erlösung durch einen Jesus Christus ins Spiel bringen, wenn sich die Menschen auch selbst helfen können. Die Frage aber ist doch: Warum lösen wir die Probleme nicht? Interessieren mich die Leute in Lettland vielleicht gar nicht? Will ich ihnen vielleicht gar nicht mein Geld geben, um ihnen zu helfen? Vielleicht muss ich gar nicht bis nach Lettland schauen? Vielleicht kann ich ja schon den Leuten in meinem unmittelbaren Umfeld nicht das geben, was sie brauchen und verdient haben? Ich denke, wenn ich bei diesem Gedanken angekommen bin, kann es passieren, dass ich mir ganz hässlich vorkomme – selbst im Vergleich zu dem hässlichen Kreuz und diesem Jesus. Denn am Kreuz gab der Sohn Gottes für seine Menschen immerhin alles, was sein göttliches Leben zu geben hatte. Vielleicht ist die Frage nach Sünde und Erlösung gar keine Frage nach “arm und reich”, nach “Wollen und Nichtwollen”, “Können oder Nichtkönnen” oder nach Gesundheit, vielleicht noch nicht einmal nach “Gut und Böse”, sondern eine Frage und Suche nach Schönheit und Reinheit. Ich denke, hier fängt Karfreitag an, sinnvoll zu erscheinen. Für die Menschheit. Und für mich. Was meint ihr? Die letzten Tage waren recht unspektakulär (im wahrsten Sinne des Wortes), deswegen gab es nicht viel zu posten. Heute habe ich den 4-wöchigen Sprachkurs nach gut 120 Stunden Lettisch-Lernen mit einem Test abgeschlossen. Obwohl das soweit alles ganz gut lief, bin ich natürlich noch weit davon entfernt die Sprache frei zu “handhaben”. Mal schauen, ob ich da noch hinkomme und wieviel Zeit das wohl braucht. Für Sprachinteressierte: Das Lettische hat meiner laienhaften Kenntnis nach erstaunliche Strukturparallelen mit dem Lateinischen und Altgriechischen (eher mit dem Lateinischen, da es keine Artikel gibt). Gegenüber diesen Sprachen ist es aber etwas vereinfacht. Trotzdem gibt es im Schrift-Lettischen noch einen Dativus Absolutus (anstelle des Ablativus oder Genitivus absolutus) und anstelle des Ablativs einen Lokativ. Die lettischen Wortstämme sind allerdings recht verschieden von diesen “alten” europäischen Sprachen. Größere Ähnlichkeiten findet man wohl nur im Litauischen (in noch etwas archaischer Form) und, wenn ich richtig informiert bin, im Sanskrit! Ein Beispiel für eine (für mich) jedoch recht prominente Ähnlichkeit: Im Lettischen ist “Gott” “Dievs”, im Sanskrit “deva” und im Lateinischen “deus”. Und wie heißt der Genitiv von “Zeus” im Griechischen? Richtig – “Dios”! Das ist von “theos” und Theologie gar nicht mehr so weit entfernt. Fast hätte ich es vergessen: Die nächste Woche ist “Registrationswoche” (Einführungs- und Einschreibewoche) und ich habe frei. Hat jemand Lust, das märchenhaft weiße Lettland zu besuchen? |
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