Mehr als ‘Brot für den Tag’

Mehr als ‚Brot für den Tag’
‚Halte an mit lesen’ (1. Tim. 4,13). Wir sind fast alle mit der Meinung groß geworden, es handle sich in der Schriftlesung allein darum, das Gotteswort für den heutigen Tag zu hören. Darum besteht die Schriftlesung bei vielen nur aus einigen, kurzen, ausgewählten Versen, die das Leitwort des Tages ausmachen sollen. Es ist nun kein Zweifel, dass etwa auf den Losungen der Brüdergemeine für alle, die sie gebrauchen, bis zur Stunde ein wirklicher Segen liegt. Aber es kann ebensowenig ein Zweifel darüber bestehen, dass kurze Leit- und Losungsworte nicht an die Stelle der Schriftlesung überhaupt treten können und dürfen. Die Heilige Schrift ist mehr als Losung. Sie ist auch mehr als ‚Brot für den Tag’. Sie ist Gottes Offenbarungswort für alle Menschen, für alle Zeiten. Die Heilige Schrift besteht nicht aus einzelnen Sprüchen, sondern sie ist ein Ganzes, das als solches zur Geltung kommen will. Als Ganzes ist die Schrift Gottes Offenbarungswort. Erst in de Unendlichkeit ihrer inneren Beziehungen, in dem Zusammenhang von Altem und Neuem Testament, von Verheißung und Erfüllung, von Gesetz und Evangelium, von Kreuz und Auferstehung, von Glauben und Gehorsam, von Haben und Hoffen wird das volle Zeugnis von Jesus Christus, dem Herrn, vernehmlich. Eine christliche Hausgemeinschaft sollte wohl imstande sein, morgens und abends je ein Kapitel aus dem Alten Testament und mindestens je ein halbes Kapitel aus dem Neuen Testament zu hören und zu lesen.
Man wird einwenden, es sei nicht möglich, eine so große Fülle von Gedanken und Zusammenhängen wirklich aufzunehmen und zu behalten, es sei sogar ein Missachtung des göttlichen Wortes, mehr zu lesen, als man ernstlich verarbeiten können. In Wahrheit aber liegt hier eine schwere Schuld verborgen. Verhält es sich wirklich so, dass es uns als erwachsene Christen schon schwer ist, ein Kapitel des Alten Testaments im Zusammenhang aufzunehmen, so kann uns das nur selbst mit tiefster Beschämung erfüllen. Darf nun diese Schuld unserer eigenen Unkenntnis des Wortes Gottes eine andere Folge haben, als dass wir das Versäumte ernstlich und treu nachholen?“ (Dietrich Bonhoeffer, Brevier, S. 268f)

Zum Nachdenken von Sabine Brakensiek

‚„Das Evangelium vom zerbrochenen Herzen erfordert den Dienst blutender Herzen“ schreibt Pastor J. G. Howett. „Sobald wir aufhören zu bluten, hören wir auf zu segnen. Wenn unser Mitgefühl seinen Schmerz verliert, so können wir nicht länger die Diener des Leidens sein … Wir können niemals die Nöte heilen, die wir nicht fühlen. Tränenlose Herzen können niemals Herolde der Passion sein. Wir müssen bluten, wenn wir Diener des Erlösungsblutes sein wollen.“’ (Jakob Kroeker, Verhüllte Segenswege S. 80)

Von Sabine Brakensiek für verwundete Seelen

Manche Seele hat Schaden erlitten und ist wie ein Körper nach einem Autounfall an einen Rollstuhl gefesselt.
Die von allen Menschen als Hure Aldonca gekannte Frau ist für Don Quijote seine Lady Dulcinea.
In “Für dich, Dulcinea, verwundete Seele, geschundener Körper” habe ich für die, die es berührt, ein paar Gedanken geschrieben. Sie sind unter “Andachten” zu finden.

Zitat

Von Sabine Brakensiek
“Sage nicht nur Gott wie groß Deine Berge sind, sondern auch Deinen Bergen wie groß Gott ist.” (Verfasser mir z.Zt. unbekannt) – also: Rechne mit Gottes Macht, die Berge versetzt.

Von Sabine Brakensiek

Schon mal über Worte wie “Otterngezüchte” in der Bibel gestolpert oder sich Gedanken über “Schlange” und “Drachen” gemacht? Ein paar Gedanken dazu unter “Die Schlange – und der Retter” unter “Andachten”

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