Von Sabine Brakensiek:
Luther übersetzt Ps. 45,14 mit “Die Königstochter ist mit Perlen geschmückt; sie ist mit goldenen Gewändern bekleidet.” In einem Buch las ich die Übersetzung: “Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig; sie ist mit goldenen Stücken gekleidet.”
Tatsächlich steht in dem Vers nichts von Perlen, sondern im ersten Teil die Aussage “Des Königs Tochter ist ganz herrlich (voll Herrlichkeit) drinnen/inwendig” und im zweiten so ungefähr “von/aus Goldwirkerei golden ist ihr Kleid”. Ich habe hier einen ganz wunderbaren Hinweis für uns Königskinder unseres Gottes entdeckt. Was könnte anderes herrlich in uns sein als unser Herr Jesus, der in unseren Herzen wohnt? Wird hier nicht schon im Alten Testament die Botschaft verkündigt: Jesus in uns – die Hoffnung der Herrlichkeit? Jedenfalls wird deutlich, dass die Herrlichkeit inwendig ist. Und dann allerdings auch von außen – durch das goldgewirkte Kleid, das die Königstochter trägt. Und ist das nicht auch wieder ein Bild für Jesus? Die alten Kleider sind uns ausgezogen und wir haben als Gotteskinder das neue Kleid der Gerechtigkeit Jesu angezogen. Das wird üblicher Weise als weißes Kleid beschrieben – als Zeichen des ganz reingewaschen Seins. Aber zum Königskind – hier übrigens ausdrücklich “Königstochter” – als Bild für die Braut, die Gemeinde Jesu – gehört dann eben auch das königliche Kleid aus Gold. Uns ist nicht nur Schuld vergeben, sondern auch Macht und Kraft und Herrlichkeit in Jesus geschenkt. Sind wir nicht wunderbar geliebte Königskinder?
Uns ist ein Schatz anvertraut und wir sind reich beschenkt – sind wir uns dessen eigentlich noch bewusst?